#Interview Astrid von Velsen-Zerweck: Warum es Landgestüte heute mehr denn je braucht
Shownotes
Dr. Astrid von Felsen-Zerweck leitet das Haupt- und Landgestüt Marbach auf der Schwäbischen Alb – als erste Frau in der über fünfhundertjährigen Geschichte der Institution. Im Gespräch mit Christian Kröber erklärt sie den Unterschied zwischen Haupt- und Landgestüt, wie aus einem einstigen Hofgestüt ein moderner Landesbetrieb mit rund 500 Pferden, fast 1.000 Hektar Landwirtschaft und über 150 Mitarbeitenden wurde und warum der Kampf um politische und gesellschaftliche Rückendeckung für Staatsgestüte nie endet, obwohl über eine halbe Million Menschen Marbach jährlich besuchen.
Es geht um die weltberühmte Araberherde, das Schwarzwälder Kaltblut, den Altwürttemberger und die Trakehner-Linie sowie um moderne Zuchttechniken wie künstliche Besamung, Embryotransfer und Klonen. Astrid spricht außerdem über 100 Jahre Hengstparade Marbach, ihren eigenen Werdegang, den Strukturwandel in der Pferdezucht und beantwortet die vier klassischen Wehorse-Fragen.
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00:00:00: Heute zu Gast, die Chefin des Haupt- und Landgestütz Mabach in Baden-Württemberg Dr.
00:00:06: Astrid von Felsen Zerwegg.
00:00:31: Rehouse ist deine Lernplattform, auf der du täglich Inspirationen, Trainingstipps und das Wissen der besten Trainer bekommst.
00:00:39: Um gemeinsam mit deinem Pferd jeden Tag besser zu werden!
00:00:43: Es gibt wenige Orte in Deutschland die die Historie- und Tradition der Pferdewelt – und es später daraus resultierenden Pferdesports besser repräsentieren als die Landgestüte.
00:00:54: Eines der führenden Landgestüte unter den derzeit noch acht Existierenden ist das sogenannte Haupt- und Landgestüt Mabach.
00:01:03: Gelegen auf der schwäbischen Alb zwischen Stuttgart und Ulm, ist es seit vielen Jahren unter der Leitung von Dr.
00:01:10: Astrid von Felsen Zerwegg.
00:01:12: Sie ist diejenige, die dieses Landgestüd wahrscheinlich zu dem derzeit führende Landgestud in Deutschland ausgebaut hat!
00:01:20: Diesen Weg werden wir nun gemeinsam beleuchten – viel Spaß!
00:01:24: Hallo lieber Astrid.
00:01:25: Hallo lieber Christian!
00:01:26: Schön, dass du bei uns bist im Podcast.
00:01:28: ich freue mich sehr und wir sprechen heute ja über deine Position auch die Historie die das Amt mit sich bringt was du trägst.
00:01:35: Du bist die Landoberstalle-Meisterin des Haupt- und Landgestütz Marbach Die erste Frau in der fünfhundertjährigen Historie dieser Institution.
00:01:45: Was ist dein Job als quasi Direktorin dieses Unternehmens und dieses Haupt-und-Landgestütze?
00:01:53: Ja, ich bin Leiterin dieses alten Staatsgestüt, das früher ein Hof gestüt war.
00:01:59: Dann Landgestüt... Hauptgestüt wurde jetzt ein Landesbetrieb des Landes Baden-Württemberg ist und dieses Gestüt leite ich und bin natürlich auch eingebunden in die Pferdezucht, in den Pferdesport, in die ganze Pferdepranche in Baden Württembergh
00:02:17: Und du bist eine Angestellte des Landes Baden-Württemberg, also sozusagen die erste Pferdefrau im Blendle.
00:02:24: Ich bin sogar verbeamtet und darf dieses schöne Gestüt leiden mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ja über Generationen schon diese Pferdezucht gestalten.
00:02:39: Wir können ja bevor wir da tiefer einsteigen mal eine kurze Begriffserklärung machen.
00:02:42: es ist vielen Jahren nicht klar.
00:02:43: es gibt einen schon signifikanten Unterschied zwischen einem Haupt- und einem Landgestüt.
00:02:48: Erklär uns einmal auf.
00:02:50: Ein Landgestüt ist quasi das Hängsdepot, das kennt man aus Zelle und Warendorf zum Beispiel.
00:02:55: Dort gibt es nur Hängste.
00:02:58: Da hat der jeweilige Landesherr die besten Hängse vorgehalten um in der Landespferde-Zucht ... ziemlich schnell verbessern zu können, also einen schnellen technischen Fortschritt erzielen zu können.
00:03:16: Über die Hängste geht das viel schneller als über die Stoten und im Hauptgestüt werden quasi diese Landbeschäler entwickelt, gezüchtet und dann rausgeschickt eben auf die Land... gestützt.
00:03:34: Stationen, in Baden-Würnberg heißt es Beschälstationen.
00:03:38: Die Beschildstation okay?
00:03:39: Genau und die beiden
00:03:41: sind auch noch im Land verteilt?
00:03:43: Ja sie sind weiterhin verteilt.
00:03:44: wir haben jetzt nur noch fünf Stationen aber andere Landgestüte haben ja deutlich mehr noch.
00:03:49: Da hat natürlich auch die Biotechnologie Einzug gehalten und vieles wird über künstliche Besamungen erledigt.
00:03:56: Wir haben eine zentrale EU-Besammungsstation im alten Klosterhof in Ofenhausen, das Hauptgestüt hatte eben die Studienherden.
00:04:07: Und aus diesen Studienherdern hat man immer versucht je nach Zuchtziel, je nach Zweck wofür man die Pferde brauchte dann die besten ... Zuchthängste herauszubekommen und hat quasi ja experimentiert.
00:04:23: In der Hofgestützzeit, da gab es dann auch mal Landesherren, die wollten gerne so schöne Barocke-Ferde haben wie der Cousin in Spanien.
00:04:31: Da musste der arme Landoberstahlmeister seine guten Landferde, die er brauchen konnte für die Landwirtschaft ...
00:04:38: Die schweren Kalblüser!
00:04:40: Ja, oder auch schwereren Warmblüter.
00:04:42: Die musste er dann beiseite stellen und für seinen Landesherrn Barockpferde züchten, die da gar nicht hinpassten.
00:04:50: Aber seit etwa über zweihundert Jahren gibt es eine sehr systematische Pferdezucht in Württemberg und Baden-Württembergg ... Und da wurde immer genau auf das Zuchtsziel geachtet und je nach Nutzungszweck umgesteuert.
00:05:08: Heute sind wir eben
00:05:09: ...
00:05:10: beim Sportpferd angelangt.
00:05:11: Also die Tradition ist ja, du hast ja gerade auch schon beschrieben für euch aber auch für die ganzen anderen Landgestüte es einfach sehr stark noch in dieser Kultur der Höfe auch verwurzelt aus der das denn ja und dass er auch die Herausforderung mittlerweile aufsprechen wird das in die Neuzeit zu übertragen.
00:05:28: also die Traditionslinie dies für euch jetzt mal breiter gesprochen nicht nur für Marbach sondern für alle Landgestütter einfach die Hauptlinie.
00:05:36: Ja, wir besinnen uns immer wieder auf diese Kultur.
00:05:39: Für uns ist das ein Stück Kulturgeschichte und auch Landesgeschichte wie diese Gestüte entstanden sind, wie die sich entwickelt haben, wie sie weiterentwickelt wurden.
00:05:50: Dass es Sie überhaupt heute noch gibt?
00:05:52: Dass die Menschen Sie als Kultur gut erkennen oder wider oder immer noch ... Das ist schon was Besonderes in Europa.
00:06:01: Es gibt ja eine Vereinigung der Europäischen Staatsgestüte.
00:06:08: Erkennt man den Wert für die europäische Kulturgeschichte?
00:06:12: Da gibt es ja auch fantastische Staatsgestüte, Tschechien beispielsweise.
00:06:17: Ja,
00:06:17: es gibt Kladrubi zum Beispiel oder wenn man nach Barbollna geht, die auch Araberpferde züchten in Ungarn.
00:06:25: Oder Janow Podlaski ein wunderbares Gestüt ganz im Osten Polens.
00:06:30: Ist das die mührische
00:06:32: Staatsgestüt?
00:06:34: Ja, so müh ist die französische Reitschule
00:06:36: sozusagen.
00:06:37: Genau.
00:06:38: Die sind auch ... die sind immaterielles Kulturerbe wie auch die Wiener Hofreitschulen, die spanische Hofreidschule in Wien oder auch Lipiza, das Gestüt.
00:06:50: Das ist auch UNESCO-Welterbe.
00:06:53: Das sind natürlich dann auch Labels genau in Slowenien Ein Fort bestehen, jetzt sagen wir mal nicht finanzieren.
00:07:01: Aber ein bisschen einen Schutz gewähren, dass man so ganz einfach den Rotstift nimmt und das weg.
00:07:08: rationalisiert.
00:07:09: Du hast ja gerade das Thema Kultur schon angesprochen, wofür braucht es denn dann die Landgestüte?
00:07:13: Und jetzt in eurem Fall Haupt- und Landgestüt wenn man jetzt ganz technisch sein will.
00:07:17: Wofür braut sie denn noch?
00:07:18: Also wie gesagt für mich ist es absolut einmal ein Stück Landesgeschichte einen stück erlebbare Landesgeschichten Denn es ist nicht einfach ein altes Gemäuer wo ein Schild dran steht Museum sondern wir leben diese Gestützkultur immer noch sowie vor über fünfhundert Jahren, genau.
00:07:39: Das ist das eine und das andere sind natürlich die Aufgaben, die wir als Landesbetrieb von der Landesregierung übertragen bekommen jedes Jahr und dafür auch teilweise Zuschüsse bekommen.
00:07:52: Es sind Aufgaben in der Pferdezucht, in der Erhaltung von bestimmten Pferderassen.
00:07:57: Bei uns ist es zum Beispiel das Schwarzwälder Kaltblutpferd dass in den Schwarzwald gehört und erhalten werden musste.
00:08:06: nach der Umzüchtungsphase zum Sportpferd.
00:08:08: Als man plötzlich Traktoren hatte, Maschinen war das Pferd nicht mehr so wichtig und war mit einem Schlag fast ausgestorben.
00:08:17: Und man hat dann in den Sechzigern, Siebziger Jahren erkannt, dass man dieses Pferder halten sollte.
00:08:26: Da helfen wir mit.
00:08:27: Wir sind quasi das Land gestübt, haben die Hengsthaltung für die Schwarzwälder und das Gleiche gilt für das Altwürttemberger Pferd ein schweres Warmblutpferd was ganz typisch ist für Württemberg.
00:08:38: Und dann gibt es noch die Besonderheit in Marbach diese wunderschöne silberne Herde der Vollblutaraber Die von König Wilhelm dem Ersten von Württmberg aufgebaut wurde und dann von der Familie bis in die neunzehnt hundertreißiger Jahre gehalten wurde dann fast der Weltwirtschaftskrise zum Opfer gefallen wäre, wenn sie nicht nach Marbach übertragen worden wäre.
00:09:02: Und dort ist sie jetzt seitdem ... Da haben wir auch den Auftrag diese Kulturaraber her, der aufrecht zu erhalten und weiterzuentwickeln, weiterzuzüchten.
00:09:14: Das ist im Bereich des Gestützbetriebs die Kernaufgabe.
00:09:20: Dann haben wir ... auf ein ganz großes Aufgabenfeld in der Bildung.
00:09:28: Es wird immer mehr, wir haben ja schon immer von Generation zu Generation die jungen Stützwerter ausgebildet bis sie dann vom zwölf, dreizehnjährigen Jungen zum Hauptsattelmeister aufgestiegen waren.
00:09:43: Bis dann der Beruf aus der Traufe gehoben wurde in den Neunzeits- und Siebzigerjahren.
00:09:48: Da waren wir auch von Anfang an dabei diesen Beruf des Pferdewirts auch auszubilden bei uns und auch Pferdewirtschaftsmeister zu entwickeln.
00:09:59: Wir sind heute der größte Ausbildungsbetrieb für diesen Berufszweig mit ... Deutschlandfahrt?
00:10:05: Ja, mit forty-fünf Auszubildenden Und wir bilden auch noch Hufbeschlagschmiede aus und Landwirte, denn wir sind ein großer landwirtschaftlicher Betrieb mit fast tausend Hektar Landwirtschaft.
00:10:16: Wir stellen das ganze Futter selber her und sind inzwischen auch Öko-Betrieb und haben da sehr viele Aufgaben nicht nur in der Ausbildung aber auch in der Hochschulbildung Arbeiten da also sehr eng mit den Hochschulen zusammen und haben eine enge Kooperation mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen.
00:10:39: In Nürsingen,
00:10:40: klar um die Ecke bei euch?
00:10:41: Ja genau!
00:10:42: Und auch mit der Uni Hohenheim und vielen anderen Universitäten auch.
00:10:45: Also wir haben viele Pferde etwa fünfhundert, die wir betreuen so dass wir auch mit größeren Gruppen was in der Forschung ja auch immer wichtig ist da dienen können Und sind in der Berufsorientierung unterwegs, haben viele Praktikanten.
00:11:02: Dann ist die Landesreitschule und die Landesfahrschule angesiedelt in Marbach.
00:11:07: Die gehört zum Gestüt.
00:11:10: Dort bilden wir etwa tausend Reitschülerinnen und Reitskühler und auch Fahrschüler aus jedes Jahr.
00:11:18: Und haben da Aufgaben in der Amateurausbildung natürlich, in der Brufsausbildung und auch in der Jugendförderung.
00:11:25: Nun weiß man ja und das begleitet dich auch schon deine gesamte Karriere als Landoberstahlmeisterin, dass natürlich Landgestüte auch unter Druck stehen.
00:11:36: Die öffentlichen Budgets gerade in dem Bereich reden sehr viel über Konsolidierung von Haushalten auf Bundesebene, auf Landesebene und da musst du natürlich genauso wie deine Kollegen der anderen Landgestütte wirklich Wie hart ist dieser Kampf wirklich für dich in der Realität?
00:11:58: Ja, man ist an verschiedenen Stellen immer unterwegs.
00:12:02: Und für mich ist es ganz wichtig dass das gestüht und das ist in Marbach schon lange so in der Bevölkerung erstmal verankert ist.
00:12:13: Also dieses Bewusstsein dafür, dass das ein Kulturerbe ist, dass es wichtig ist nicht nur für die Pferdeläute sondern der dritte große Bereich in dem wir arbeiten ist ja eben diese Kulturpflege und damit der Tourismus also dieses UNESCO Schlagwort open to the public.
00:12:30: Das leben wir wirklich schon seit vielen vielen Jahrzehnten.
00:12:34: Jeder kann jeden Tag Zu uns kommen ist es immer alles offen, außer die Stallungen sind nachts abgeschlossen.
00:12:41: Ansonsten kann man da immer sein in Marwach und kann dieses Gestützleben erleben.
00:12:48: Und wir legen großen Wert darauf, dass die Schulklassen zu uns kommen schon immer.
00:12:54: Man erlebt das da ganz oft, dass Großeltern kommen mit ihren Enkelkindern und sagen so wie ich jetzt mit meinen Enkelkindern hier laufen, bin ich schon mit meinen Großeldern im Gestüt
00:13:05: gewesen.".
00:13:06: Also Menschen aus der Region?
00:13:07: Ja, auch aus der weiteren Region.
00:13:09: Wir liegen ja quasi oben auf der Schwäbischen Alb zwischen Stuttgart-Reutlingen und Tübingen-Ulm.
00:13:16: Das ist schon ein relativ großes Ballungsgebiet, was da drum rumliegt.
00:13:20: Das war schon immer so'n Ausflugsziel für die Menschen zu allen Jahreszeiten... Und weil es eben so niederschwellig ist, man kann einfach kommen und da rumlaufen.
00:13:30: Es kostet keinen Eintritt.
00:13:33: Es gibt die Hengsparaden im Herbst zu denen, die Leute schon seit über hundert Jahren inzwischen kommen.
00:13:43: Das ist so eingeübt.
00:13:44: Es ist mir sehr wichtig, dass das gestüt eben nicht nur als ... Ach, für die verrückten Pferdeläute eingestuft wird, sondern wirklich, dass jeder Bürger in Baden-Württemberg erkennt, dass es ein Kulturgut ist und ein Teil der Landesgeschichte ist, was mit ihm selber zu tun hat.
00:14:03: Nicht nur wegen der Pferde, sondern auch wegen der Natur, der Landwirtschaft, der Wirtschaft, also die Region lebt.
00:14:12: zu großen Teilen vom Gestüt, Hotellerie Gastronomie.
00:14:18: Der ganze Einzelhandel drumherum und auch sind wir natürlich ein großer Arbeitgeber.
00:14:24: bei uns haben früher natürlich viel mehr Menschen gearbeitet aber Wenn man alle zusammenzählt mit auszubildenden Aushilfengestützführern und natürlich dem festen Stab an Mitarbeitern, sind wir über hundertfünfzig Menschen.
00:14:40: Die da arbeiten sich um diese Pferde kümmern auf drei Gestützhöfen vier Vorwerken in fünf Gemeinden.
00:14:48: Also viel Infrastruktur?
00:14:49: Genau
00:14:50: genau das ist mir wichtig Und wenn es der Bevölkerung wichtig ist, dann ist es natürlich auch der Politik wichtig.
00:15:01: Weil das da so gut verankert ist und da wir sehr breit und vielfältig aufgestellt sind nicht nur schmal in der Pferdewirtschaft sondern auch in der Landwirtschaft im Tourismus sind wir ein sehr großer Player da in der Region im UNESCO-Biosphärengebiet Schwäbische Alp In der Bildung Sowohl Amateurausbildung als auch Berufsausbildung, als auch Hochschulbildung.
00:15:26: Wir sind also überall so ein bisschen verhakt, sag ich mal, sodass es schwierig wird, so einen Geflächt wieder auseinanderzureißen wenn man es abschaffen wollte was aber im Moment überhaupt niemand möchte.
00:15:40: Es gab mal Zeiten da war das sehr auf der Kippe würde es wahrscheinlich auch schon einmal wieder geben.
00:15:44: Vor zehn Jahren war das glaube
00:15:45: ich ne?
00:15:46: Ja vor zwanzig Jahren Da hat man irgendwie noch nicht so erkannt, in welche Richtung das laufen kann.
00:15:53: Und dann hat man ein Konzept aufgestellt und dann war auch der Generationenwechsel ... kam mit mir die neue Generation.
00:16:05: Dann war das neue Konzept da und wir haben es mit Leben gefüllt.
00:16:10: Das funktioniert sehr gut.
00:16:13: ist natürlich trotzdem jeden Tag vom neuen Arbeit nach jeder Wahl, fängt man wieder von vorne an
00:16:21: der Politik.
00:16:28: oder nicht auf ihn, zumindest auf die Truppe.
00:16:30: Oder die Menschen um ihn und so, die auf den Zustand sind, muss man dann auch aktiv einwirken, um das zu erhalten?
00:16:36: Das ist aktive Logiarbeit!
00:16:38: Man muss eigentlich jeden Tag dran bleiben.
00:16:40: Man muss eine gute Pressearbeit machen.
00:16:42: Man sollte versuchen ... eine klare Furcht natürlich zu fahren.
00:16:48: Also was Tierschutz angeht, was Ferne gerechtes Ausbilden angeht... Kompetenz angeht, das hab ich noch gar nicht erwähnt.
00:16:56: Wir haben dieses Kompetenzzentrum Pferd Baden-Württemberg damals auch aus der Traufe gehoben.
00:17:00: Das ist so eine Vereinigung der Institutionen rund um das Pferdd in Baden Württmberg.
00:17:07: Die treffen sich zweimal im Jahr und besprechen was gerade los ist in der Zucht, im Sport, Pferdegesundheitsdienst, Hochschulen, Berufsschulen ... Grünland, Tierschutz usw.
00:17:21: Das wird diskutiert und man versucht dann so Trends rauszufiltern und darauf zu reagieren mit einem Seminarangebot, mit Beratungsangeboten für die Pferderhalter also nicht nur für die Züchter, die im Pferdezuchtverband organisiert sind oder im Pherdesport sondern für alle Pferdelhalter in Baden-Württemberg.
00:17:40: Und es gibt ein kleines Team bei uns von drei Personen was jetzt gerade ganz neu aufgestellt ist Und die sind Ansprechpartner für die Pferdehalter.
00:17:54: Das fruchtet auch sehr, dass wir da wirklich zusammengerückt sind in dieser Branche was meines Erachtens sehr wichtig ist damit man eben auch einheitlicher auftreten kann der Bevölkerung gegenüber.
00:18:06: Aber ich würde sagen das ist ja nicht in jedem Bundesland so.
00:18:09: also wenn man schaut es gibt jetzt Wenn man von Hamburg Richtung Osten guckt, das Land bestätigt Redefin.
00:18:16: Dann gibt es Zelle-Wahrendorf.
00:18:18: die sind ja schon alle sehr individuell aufgestellt.
00:18:21: Was du beschreibst ist etwas sehr Spezifisches was du mit deinem Team in Marbach so aufgebaut hast.
00:18:28: Was für Baden-Württemberg gilt aber das ist nicht dass alles operieren oder?
00:18:32: Ja Tierzucht ist ja Ländersache das heißt es ist föderal organisiert.
00:18:35: jedes Bundesland macht es ein bisschen anders und die einen machen's ein bisschen intensiver die anderen etwas weniger intensiv.
00:18:42: Da gibt es verschiedene Programme.
00:18:43: In Sachsen gibt's z.B.
00:18:44: tolle Programme oder auch in Niedersachsen Pferdeland, Nieder-Sachsen zum Beispiel.
00:18:49: Es gibt sehr gute Initiativen.
00:18:53: Dann gibt es Bundesländer und keine Landgestütte wie Schleswig-Holstein ... Brandenburg?
00:18:58: Obwohl ne Brandenburger Neustadt Dossel!
00:19:00: Aber Sachsen-Anhalt doch Prussendorf wirken kann?
00:19:03: Das
00:19:03: gibt das nicht mehr.
00:19:04: Nach der Wende hat man das zum Land gestütet gemacht.
00:19:06: Es ist aber dann relativ schnell wieder
00:19:08: eingestellt worden.
00:19:10: Zwei Brücken.
00:19:12: Das ist Rheinland-Pfalz?
00:19:15: Genau, Saarland hat keins richtig ... Es gab früher sehr viele Landgestüte.
00:19:21: Jeder Landesherde
00:19:22: war aufsichiert.
00:19:24: Der hatte seinen Hengstdepot oder seine Pferdezucht.
00:19:28: mehr oder weniger gut und die einen ... wurden dann weitergeführt oder es kamen andere Strukturen, wie jetzt die preußischen Strukture zu denen zum Beispiel Zelle und Warndorf gehören.
00:19:42: Das hat sich verändert und haben nur noch, ich sage wir sprechen immer von acht, die da sind wobei Dillenburg und zwei Brücken auch gar keine eigenen Hängste mehr halten.
00:19:57: Da erhält man, glaube ich die Kulisse.
00:20:00: Ja und Bildung also in Dillenburg ist Reit-und Fahrschule da wird sehr viel für die Bildung getan.
00:20:06: In zwei Brücken hat man noch eine Besamungsstation aber nicht mehr mit eigenen Hängsten Und da ist diese Sportanlage sehr frequentiert Aber mehr eben genau Die Institution ist dann eher der wahrer dieses materiellen Kulturherbes.
00:20:26: Ist der grundsätzliche Kampf denn gewonnen?
00:20:29: Oder wird das weiterhin ein Thema sein mit jeder neuen Landesregierung, dass der Tropfen muss den Stein immer wieder höhlen.
00:20:38: Das glaube ich, das hört nie auf!
00:20:40: Also das ist ja auch in jeder Branche so, wenn ich mir in Hamburg umgucke und die Kulturlandschaft da anschaue – mit Theatern, Orkestern… Die Opa, die kleinen Kunstbühnen usw.
00:20:54: wird auch immer wieder drum... gekämpft und versucht zu überzeugen, dass die Orchester nicht zusammengelegt werden.
00:21:03: In Berlin gibt's diese Diskussion jetzt
00:21:06: usw.,
00:21:06: das wird immer so sein ... Wir müssen eben einfach gut sein, wir müssen meines Erachtens die Chance erkennen, die in dem Pferd heute in der Gesellschaft liegt.
00:21:18: Heute mehr denn je.
00:21:20: Früher ging es nicht ohne Pferde, da ist der ... Wir wären ja gar nicht soweit wie wir sind ohne das Pferden unserer ... Kulturgeschichte und auch in der politischen Geschichte nicht.
00:21:32: Und heute ist es, glaube ich tatsächlich ein gesellschaftspolitisches Thema, dass man das Pferd mit anderen Augen sieht und es auch anders einsetzt in der Gesellschaft als nur als Arbeitstier oder nur als Sporttier-Sportpartner.
00:21:49: Das ist, glaub ich ganz wichtig die Gesellschaft, das erkennt.
00:21:53: Wir sind meines Erachtens Katalysatoren sozusagen oder die Schaufenster in diese Pferdewelt hinein?
00:22:02: Weil die Pferdewelt, wir haben das hier bei uns auch intern schon viel diskutiert in den letzten Wochen.
00:22:07: Es gibt ja auch immer wieder Studien, die rauskommen dass zum Beispiel nur noch jeder fünfte über auch Turniereiten möchte und es wird ja immer bei Erhalt von Institutionen sehr viel darüber gesprochen.
00:22:19: Das Kulturgut wird so auch teilweise monstranzartig vorangestellt, wenn man jetzt schaut und durch eine deutsche Stadt geht.
00:22:30: Da sieht man sehr viele Kirchen.
00:22:32: das sind auch Kulturgüter trotzdem sind sie leer beim normalen Gottesdienst.
00:22:36: wie schafft man denn diesen diesen Mix aus jahreses kulturgut?
00:22:40: aber wir leben ja im Jahr mehr als zwei tausend sechsundzwanzig Menschen haben Inflationsprobleme.
00:22:47: Wir sind im vierten Jahr der Rezession in Deutschland.
00:22:51: Trotzdem hat das Pferd eine Rolle.
00:22:53: Wenn man kleine Kinder hat, merkt man sofort wie toll es ist wenn die mit Pferden unterwegs sind.
00:22:59: Wie schafft man diese Brücke zwischen diesen verschiedenen Welten zu bauen?
00:23:06: Ich glaube gerade diese lebendige Welt ... Wir sind ein lebendiges Kulturgut!
00:23:14: Wir haben ein bisschen materielle Kulturgüter, also die Gebäude oder die Kutschen und Geschirre.
00:23:19: Aber das Wichtige daran ist ja ... Ist ja was Lebewesen?
00:23:23: Das Leben mit dem Pferd und die Beschäftigung mit dem pferd diese ununterbrochene Folge an Generationen angestüttern, die sich tagtäglich jeden Tag dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr um diese Tiere kümmern.
00:23:37: Daraus sind auch Kulturtechniken entstanden.
00:23:40: Und dieses immer weiterzutragen, gerade in den Staatsgestüten wirklich noch so vorhanden, wenn sie nicht zwischendurch mal geschlossen waren und wieder neu aufgebaut wurden.
00:23:52: Es ist ja wirklich etwas, wenn ich zum Beispiel nachts durch Marbach laufe und gehe da durch die alten Baumallähen und die Gebäude... dann stelle ich mir mal vor, dass vor fünfhundert Jahren genauso da jemand durchgelaufen ist.
00:24:09: Man hört die gleichen Geräusche man hört das Kauen der Pferde, man hört mal einen Viren, mal einen gegen die Wand schlagen, mal welche auf der Koppel rumgaloppieren.
00:24:20: Tagsüber hört man die Kutschenrollen, die Geschirre knarzen und den Schmied beschlagen.
00:24:27: Das sind ja Kulturtechniken, die auch mit uns sehr viel zu tun haben also eigentlich schon fast in unserer DNA sind.
00:24:39: Also das berührt Menschen, also gerade auch Menschen die nicht damit aufgewachsen sind.
00:24:44: Das merkt man immer wieder wenn wir unheimlich viele Besucher über eine halbe Million im Jahr, die durch unser Ruf-Tor laufen und man... Nur
00:24:53: eine halb million?
00:24:56: Das ist ja unglaubliche Zahl!
00:24:59: Und diese Menschen, die nehmen das auf, die spüren diesen diesen Rhythmus, den es da gibt.
00:25:07: Diesen auch im Wechsel der Jahreszeiten aber auch der Tageszeiten werden zu Unvergehen, sag ich mal.
00:25:14: Dann kommen während die Folengeboren wachsen auf, werden angeritten eingefahren und dann werden sie alt und dann gehen Sie auf die Außenhöfe und das ist so ein Rhythmuss in der Landwirtschaft mit der Ernte usw.
00:25:29: Das steckt in uns Menschen drin.
00:25:33: Ich bin der festen Überzeugung, dass es der Gesellschaft dem einzelnen Menschen und damit der Gesellschaft gut tut.
00:25:39: Wenn sie das zumindest ab und zu mal erleben kann wenn es noch Orte gibt wo sie das erleben können.
00:25:45: Und deshalb ist es auch meines Erachtens wichtig, dass die Länder sich das leisten.
00:25:51: natürlich kostet das auch Geld kommt aber auch viel Wirtschaftskraft zurück in die Region über diese gestütete Aber eben auch, ich sag mal so ein bisschen mentale und physische Gesundheit in eine Gesellschaft zurück.
00:26:08: Wenn man die Kinder damit aufwachsen lässt ...
00:26:10: Wir haben einen massiven technologischen Umbruch gerade Richtung künstliche Intelligenz.
00:26:16: Da wird das ja wichtiger werden.
00:26:19: Natürlich!
00:26:20: Und wir sind dann noch dazu auf der Schwäbischen All.
00:26:24: Wir sind ja mitten im Biosphärengebiet.
00:26:31: Das Gestüt ist immer ein bisschen so'n Anziehungspunkt mit den Pferden.
00:26:34: Da fahren wir mal hin übers Wochenende und gucken uns das an, schon ist man mitten in der Natur.
00:26:41: Schon hat man einen Ausgangspunkt ... Ach komm!
00:26:43: Den Wanderweg laufen wir noch.
00:26:46: Die Höhle gucken wir uns nochmal an oder auf den Berg klettern wir hoch.
00:26:51: Die Menschen haben dann einen Anlaufpunkt um die Natur auch ... besser zu verstehen und ... hoffentlich dann ein Verständnis zu entwickeln, sie auch zu schützen.
00:27:06: Zumindest sich vielleicht wenn Sie als Kinder das erlebt haben, sich später mal dranzuerinnern, wenn Sie in wichtigen Entscheidungspositionen sind entweder im Gemeinderat oder politisch oder in Ihrem Unternehmen was Sie dann beeinflussen können in eine bestimmte Richtung.
00:27:24: Gerst
00:27:24: für dich irgend einen schöneren Job die Landoberstalle-Meisterin Marbachs zu sein?
00:27:31: Nein, kann ich mir gerade nicht vorstellen.
00:27:33: Ich habe aber eine ganze Zeit lang so ein bisschen damit geliebäugelt an der Universität zu bleiben.
00:27:38: Damals gab es aber noch keine Fakulteten für Pferdewirtschaft, Pferdewissenschaften und dann hab' ich mich ja selbstständig gemacht, habe im Sportmarketing gearbeitet war auf den großen Turnierplätzen unterwegs und habe aber auch damals schon ein Projekt im Münsterland betreut, Pferderegion MünsterLand.
00:27:59: Und hab da schon so begonnen diese Verbindung zu versuchen zu schaffen zwischen Zwischen den Pferdebetrieben und den Vereinen, der Hotellerie Gastronomie.
00:28:12: Den Regionen unter Bevölkerung oder den Touristen um das zusammenzubringen.
00:28:18: Und das kommt mir jetzt natürlich in Marwach sehr zugute dass ich das da auch sehr gut gestalten kann.
00:28:25: Ich glaube das ist wirklich was in Marbach so fantastisch ist was Freude macht.
00:28:29: man kann mit einem sehr guten Team was sich habe wirklich Dinge gestalten.
00:28:38: Natürlich muss man immer Überzeugungsarbeit leisten in Richtung Ministerium, in Richtung Politik auch in Richtung der eigenen Mitarbeiter ganz klar aber ... Man kann doch relativ direkt Dinge gestalten und das macht wahnsinnig viel Freude.
00:28:54: Aber das scheint ja gut zu funktionieren.
00:28:56: also scheint es ja auch einen guten Draht in die Landesministerien zu haben weil wenn du das so beschreibst ist ja Der Pferdebereich ein wichtiger und wahrscheinlich der Nukulus, der am Ende alles am Leben hält.
00:29:08: Aber was ja darum zu ist wenn du redest über Wirtschaftskraft in die Region das schaffen viele andere nicht überhaupt zu beschreiben dass es einen Effekt gibt.
00:29:17: ihr habt das sehr breit aufgestellt?
00:29:20: Ja das stimmt wir haben's wirklich sehr breite aufgestellt.
00:29:22: Wir sind aber auch wir gehören zum Ministerium für ländlichen Raum
00:29:26: Und Verbraucherschutz?
00:29:28: Ja, so hieß es bis vor kurzem.
00:29:29: Wir haben ja Wahlen gehabt ... Kennen wir nicht mal von
00:29:33: den Turnieren, weil die da geht
00:29:34: zum
00:29:34: Preis des Ministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz.
00:29:37: Genau jetzt heißt das für lndlichen Raum Landwirtschaft und Heimat.
00:29:40: Das ist natürlich genau das was wir machen letztendlich.
00:29:44: Die Entwicklung des ländischen Raums auch einen ländlichen Raum so attraktiv zu gestalten dass die Menschen dort gerne leben und arbeiten und auch gut dort leben und Arbeiten können.
00:29:56: Dazu gehört auch so ein Anziehungspunkt wie dieses Gestült.
00:30:00: Unsere Gemeinde ist seit vielen, vielen Jahren die einzige schuldenfreie Gemeinde in dem Landkreis weil sie einfach gute Angebote hat es geschickt managed aber eben auch viele attraktive Angebote für junge Familien da hinzuziehen und das... Ist das gestült?
00:30:20: ein großer Teil davon?
00:30:22: Goma-Dinge.
00:30:23: Genau,
00:30:25: wenn man das ja auf Google Maps sich anschaut dann gibt man immer Marbach eine und dann gibt es zwei.
00:30:29: Dann wird man immer so bisschen fehlgeleitet aber muss ist Marbach Goma Dinge.
00:30:32: So ist es genau nicht.
00:30:35: Marbach am Neckar Das war das andere.
00:30:39: Du hast ja eben schon beschrieben du kommst doch aus dem Sport hast sehr viel gesehen.
00:30:46: Dein Vater leitete unter anderem den Trakena-Zuchtverband.
00:30:51: Also dieses Züchterische, das liegt dir auch in den Genen?
00:30:56: War das für dich immer klar, dass es in so eine Richtung geht oder ...
00:30:59: Ja, nach dem Abitur, mein Vater ist ja früh gestorben kurz bevor ich Abiturt gemacht habe.
00:31:05: Da wusste ich noch nicht genau, in welche Richtung es geht.
00:31:07: Ich wollte journalistisch arbeiten.
00:31:11: Dann haben mir aber viele geraten macht, lieber ein Fachstudium und entwickelt das dann daraus.
00:31:15: Und so habe ich es auch gemacht.
00:31:17: Ich hab Publizistik- und Kommunikationswissenschaften als Nebenfach des Landwirtschaftsstudiums dann studiert und immer in dem Bereich gearbeitet war.
00:31:29: auf allen Pressestellen die da großen Turniere usw.
00:31:33: große Freude gemacht hatten ist man natürlich voll tief eingestiegen in diese ganze Szene.
00:31:39: Und dann im Landwirtschaftsstudium hab ich mich aber doch auf Tierzuchtstutz spezialisiert und auch im Bereich Pferde promoviert.
00:31:50: Ich bin dann auch dieser Richtung treu geblieben, beim Sportmarketing erst.
00:31:58: Dann war ich selbstständig.
00:31:59: Dann kam die Ausschreibung Marbach.
00:32:02: Da konnte ich nicht wieder stehen, weil das quasi alles zusammengebracht hat ... vorher schon gemacht hatte.
00:32:09: Das bewahrheitet sich jetzt tatsächlich und es ist auch keinen Tag langweilig, weil das Gestüt zwar nicht extrem ändert aber alles drumherum sich sehr ändert.
00:32:25: oder ich jetzt eine ganz andere Arbeitsplatzbeschreibung habe als damals, als ich angefangen habe dort.
00:32:31: Weil es sich so in die Breite entwickelt hat?
00:32:34: Weil diese verschiedene Säuren haben?
00:32:35: Ja auch das aber die Ansprüche der Gesellschaft haben sich komplett verändert und auch der Mitarbeitenden ist auch anders geworden Die Art und Weise, wie man so ein Gestüt organisiert.
00:32:51: Allein nur dass wir jetzt Ökolandwirtschaft betreiben ist ja ein großer Umbruch im Gestüt.
00:32:58: Tierhaltung verändert sich... Gerade
00:33:01: in so historischen Gemäuren da ist aus der Ständerhaltung auf die Boxenhaltung zu kommen, das müsste ja mega viel verändern!
00:33:09: Als ich da anfing, gab es kaum Ausläufe für die Pferde.
00:33:13: Die Jungpferde und die Studienherden sind natürlich immer draußen aber ... Für die Hängste- und Schulpferd gab's kaum Auslaufmöglichkeiten.
00:33:23: das ist heute ganz anders.
00:33:24: wir bauen die Stallungen um soweit der Denkmalschutz ist uns erlaubt in Richtung tiergerechte Haltung und Sozialboxen für die Hengste.
00:33:35: viele viele Ausläufen.
00:33:37: Auch die, sagen wir mal, die Trainingsphilosophie hat sich von der klassischen Reitlehre nicht entfernt.
00:33:49: Aber wir interpretieren sie anders in Richtung noch mehr Zeit für die Pferde und noch mehr Individuelles Beschäftigen mit den Pferden und Ausbilden.
00:34:01: Lass uns auch nur über das Thema Zucht ein bisschen sprechen.
00:34:03: also ganz berühmt ist natürlich die Araber.
00:34:05: Ja, du hast ja gerade schon ein bisschen die Historie erklärt.
00:34:08: Warum wird sie bis heute so gehalten?
00:34:10: Ist es einfach weil sie so ein Kulturgut ist oder wenn Sie bei diesem Begriff sind aber weil sie einfach so etwas Besonderes für Marbach repräsentiert?
00:34:21: Oder gibt's auch noch einen züchterischen Hintergrund heute Tage?
00:34:24: Ja, ich glaube es ist alles.
00:34:26: Also das ist ein kulturgutes Landes.
00:34:28: Sie war ja erst in Scharnhausenweil.
00:34:30: deswegen sprechen wir von Weill-Marbacher Araberzucht weil das Königliche Gestüt in Weill Scharnhäusens da am Flughafen Stuttgart ungefähr beheimatet war und dann bis neunzehnhundertdreißig eben dort war Dann nach Marbach kam Und mit der Maßgabe diese Herde soll immer erhalten bleiben.
00:34:54: Das war natürlich
00:34:56: kündigliche Dekret.
00:34:57: Sozusagen, ja ... müsste man sich nicht unbedingt mehr dran halten heute.
00:35:01: aber das Land hält sich nach wie vor daran und gibt uns immer wieder diesen Auftrag diese Herde weiterzuentwickeln also wie so ein Erhaltungs-Zuchtprogramm möglichst zu erhalten.
00:35:13: Nach der Philosophie des Königs wir wollen Adel und Leistung Also schöne leistungsbreite und leistunsfähige Pferde Reitpferde.
00:35:21: Damals waren Araber immer Reitperde und das sehe ich jetzt.
00:35:27: sagen wir mal, wenn man es ganz fachlich auf diese Araberzucht bezieht oder die heutige Welt-Araberzucht Wir haben noch arabische Reitepferde während der Trend doch in den arabischen Ländern vornehmlich sehr in Richtung Show-Zucht geht und so Schönheitswettbewerber, aber man achtet gar nicht mehr drauf, ob das überhaupt noch Pferde sind.
00:35:54: Sind teilweise wirklich gar nie mehr haltbar?
00:35:56: Also wenn man das so sieht auf diesen Wettbe werben ist es teilweise schon befremdlich.
00:36:00: Ja ich muss sagen Ich habe mich da bis heute nicht dran gewöhnt Und wir gehen auch nur selten zu ganz ausgewählten Schauen von denen wir wissen, dass da auch tatsächlich Richter sind und auch Publikum die was vom Reitwert noch verstehen.
00:36:18: Das ist das eine, wir haben also quasi noch so ein Nukleus von wirklich guten soliden reitbaren Vollblutarabern, die vielleicht nicht so über schön sind wie der Mode-Trend, das gerne hätte.
00:36:32: Dann ist es dieser landesgeschichtliche Aspekt Und dann haben wir ja immer schon auch den Auftrag, die Landespferdezucht zu verbessern.
00:36:41: Immer zum Fohle der Landes-Pferde-Zucht Und diese Araber kann man auch weiterhin einsetzen in der Landespferdezucht.
00:36:50: So ist ja auch der Württemberger mal entstanden, der heute Alt-Württemberge heißt.
00:36:54: Man hat mit den Landpferden die da waren, mit einem Schuss Arabablut, auspreußischem Blut und mit Anglonormannen einen Pferd gezüchtet das verschiedene Nutzungsrichtungen konnte also so ein Allrounder sozusagen den Herren und Bauer, das ist der altwurden Berger Pferd.
00:37:13: Und da ist er eben auch an der Entstehungsgeschichte der Araber traditionell oder beteiligt.
00:37:22: und traditionell wird er dann auch immer mal wieder in der Warmbruhzucht eingesetzt.
00:37:26: Aber ihr müsst schon aber von außen zufühlen den Anführungsstrichen, also der Genpool ist ja geschlossen?
00:37:31: Ihr müsst dann immer wieder auch mal
00:37:33: erfrischen ... Das tun wir, aber wir kommen auch relativ gut mit unserer eigenen Zucht klar, weil wir drei verschiedene Familien mit verschiedenen Zweigen noch haben die sich gegenseitig Ergänzen, sodass wir da auch die selbstgezüchteten Hängste einsetzen können.
00:37:55: Aber wir nehmen ab und zu mal Blut von außen dazu.
00:37:59: Also es gibt die Araber ... Du hast eben schon den Schwarzwälder Fuchs angesprochen, der ist unter eurem Dach.
00:38:03: Gibt's noch weitere Rassen, die beheimatet sind?
00:38:06: Der
00:38:06: Altwürttemberger und das deutsche Sportpferd.
00:38:08: Und innerhalb des deutschen Sport- oder innerhalb dieser Gruppe des Warmblutpferdes, des Sportpherdes über zweihundert Jahre das ostpreußische Pferd da.
00:38:23: Also die Hauptgestütz-Familie, die am längsten in Marwach ist und die wir bis heute pflegen geht auf eine ostpreussische Halblutstute zurück, die aus den letzten Jahren von der Zeit geboren wurde.
00:38:38: Seitdem führen wir diese Linie fort.
00:38:41: Und die Familie der Kokette oder der Stamm, Hauptgestützstamm.
00:38:47: Diese ostpreußischen Pferde wurden immer wieder eingekreuzt auch aus dem Grund, weil es Blutpferde waren und Reitpferd war.
00:38:53: Trakena
00:38:54: am Ende des Tages?
00:38:55: Genau!
00:38:55: Früher hießen sie erst Ostpreußen und dann nach dem Zweiten Weltkrieg Trakene.
00:38:59: Und diese Pferden haben wir teilweise noch in einzelnen Studienfamilien in Rheimzucht bei uns in Herder.
00:39:09: Du bist zudem seit Sommer diesen Jahres die erste Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft um das Pferd.
00:39:17: Die Präsidentin sozusagen, Nachfolgerin von Dr.
00:39:23: Ludwig Christmann, der jetzt zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.
00:39:26: was macht die GWP?
00:39:29: Die Gesellschaft zurförderungen der Wissenschaft um das pferd kümmert sich um die Verbindung zwischen Praxis und Forschung.
00:39:38: Es nützt ja nichts, wenn die Forschung vor sich hinforst und in irgendeine Richtung abdriftet, die die Praxis nicht
00:39:43: raut.
00:39:44: Ist ja immer der Vorwurf gerade über der deutschen Forschung?
00:39:46: Ja,
00:39:47: der Elfenbeinturm.
00:39:48: Und umgekehrt ... braucht die Praxis ja doch auch immer mal wieder Input oder Bestätigung für das, was man empirisch über die Jahrtausende mit dem Pferd zusammenentwickelt hat.
00:39:59: Häufig ist es tatsächlich ein wissenschaftliches Platz.
00:40:03: Das habt ihr schon immer richtig gemacht.
00:40:04: aber man braucht es zunehmend in der Gesellschaft, dass es dann auch wissenschaftlich wirklich bestätigt ist... Ein bisschen wie Stiftung-Wahrentester
00:40:14: eigentlich?
00:40:15: Dass man sagt okay so zu machen obwohl's ja eigentlich commonsense ist.
00:40:20: Ja, wenn man sagt richtig reiten reicht.
00:40:22: Aber was ist denn richtig reitend so?
00:40:24: Und dann geht's los!
00:40:25: Dann wollen Sie wissen wie stark darf der Kontakt zwischen Reiterhand und Zügel oder Pferdemau sein?
00:40:33: oder viele, viele, vielen Fragestellungen in der Medizin, in der Fütterung, in die Haltung ... im Reiten und Fahren usw.
00:40:44: Und diese Verbindung zu schaffen, das war ein großes Anliegen von Prof.
00:40:48: Bruns.
00:40:50: Das war mein Doktorvater auch der Doktor Vater von Ludwig Christmann zum Beispiel oder Axel Brockmann.
00:40:59: Er hat das früher erkannt... Und damals waren wir drei genannten Doktoranden bei ihm und haben quasi das von Anfang an mit begleitet.
00:41:09: Jetzt
00:41:10: hat übernimmt es quasi!
00:41:12: Ja, jetzt komme ich in das Alter, aber dann... Man sieht auch die Vorsitzungen, oder?
00:41:19: Okay, ist ja auf jeden Fall... Das finde ich auch spannend.
00:41:23: Was beschreibst du, dass diese Verknüpfung zwischen der Wissenschaft, die ja wirklich auch breit ums fährt?
00:41:29: Man vergisst es manchmal wie viel rund ums Fert geforscht wird.
00:41:33: Auch international.
00:41:34: Es wird noch mehr als das, was ich gerade genannt habe.
00:41:37: Es geht richtig in Sozialwissenschaften rein natürlich auch in die Wirtschaft ganz klar betriebswirtschaftlich und volkswirtschaftlich ist vielleicht nicht ganz von übergeordneter Bedeutung aber eben doch ein bedeutender Faktor und auch in die Pädagogik, in die Therapie.
00:41:54: Das Pferd berührt ... Das ist
00:41:57: immer mehr, würde ich sagen mit Pädagogotherapien?
00:41:59: Genau das Pferdd berührt so viele Bereiche, dass es wirklich sehr, sehr spannend.
00:42:05: Und das ist mir ein großes Anliegen, dass wir uns da mit dieser Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft um das Pherd so breit aufstellen, dass wird das auch noch weiterhin mit betrachten.
00:42:18: Und es gibt ja da so einen Förderpreis für die besten Bachelor, Master und Arbeiten und Dessertationen.
00:42:28: Der wird jedes Jahr ausgelobt.
00:42:29: Da kann man sich dann bewerben als Absolvent und reicht dann seine Arbeit ein.
00:42:32: Die wird von einer Kommission begutachtet und dann gibt's immer eine Preisverleihung.
00:42:39: ganz toll immer, wenn die jungen Leute dann zusammenkommen.
00:42:42: Die müssen einen kleinen Vortrag halten und ihre Arbeit präsentieren.
00:42:45: Da gibt es noch eine kleine Diskussion.
00:42:47: Und das ist für viele dieser jungen Leuten das erste Mal, dass sie so eine Präsentation dann halten und fördert den Nachwuchs für die Wissenschaft aber auch für die Wirtschaft.
00:43:01: Denn da kommen dann auch viele Unternehmer und gucken ... Gibt es da Interessante?
00:43:10: Wo kann man noch einen spannenden Absolventen verkaufen?
00:43:12: Ja,
00:43:12: genau.
00:43:13: Das ist schon dann auch im Nachgespräch häufig so eine kleine Jobbörse sozusagen.
00:43:18: Also da sind schon viele gute Dinge daraus entstanden.
00:43:22: Ihr habt ja letztes Jahr hundert Jahre Hengsparade gefeiert.
00:43:25: das ist auch so ein fester Anker in Marwach.
00:43:29: Die Hengsparaden sind früher einfach Hengspräsentationen gewesen.
00:43:34: Die erste HengSparade, im Dezember bei Frost und Schnee.
00:43:41: Der kam
00:43:41: dann auf
00:43:42: die Idee?
00:43:43: Das war eine Präsentation der Hengste für die nächste Deck-Saison.
00:43:48: Man hat etwas früher angefangen mit dem Decken.
00:43:50: Dann hat man sich wahrscheinlich gesagt, das machen wir jetzt mal vor Weihnachten, damit es im Januar Februar losgehen kann.
00:43:58: Das war allerdings, das muss man auch zeitgeschichtlich sehen.
00:44:01: Davor war es ganz klar, dass wurde von oben herab zugeteilt welcher Hengst auf welche Deckstationen raus geschickt wurde.
00:44:13: Es gab ja so ein Beschälplattennetz von über dreißig Stationen in Württemberg Und hatte damit jeder Bauer das halt an einem Tag schaffen konnte, die Studien zum Hengst zu reiten und sie wieder mitzunehmen.
00:44:32: Das war damals hierarchisch von oben ganz klar ihr kriegt den Hengs, ihr kriegt den Hängst usw.
00:44:39: Dann in den Zwanzigerjahren ging es los mit der Demokratisierung und die Züchter wollten mitsprechen, die Zuchtvereine da gab's so ... gibt es heute noch eine ganze Reihe von Zuchtvereinen.
00:44:50: und dann hat der damalige Landoberstahlmeister, der der erste Zivile war sozusagen.
00:44:58: Er war nicht Offizier sondern Landwirt Karl Storz, der hat dann gesagt ... Na gut.
00:45:07: Dann präsentieren wir die Hängste und die Züchter können sie sich angucken.
00:45:11: Die Zuchtvereinsvertreter.
00:45:13: Und dann können wir diskutieren, welcher Hengst wohin geht?
00:45:16: Also so ein kleiner
00:45:17: ... Sehr demokratisch eigentlich!
00:45:19: Ja, genau.
00:45:19: Ein kleiner Schritt in die Demokratie sozusagen.
00:45:23: Daraus wurde die Show immer erweitert über die Jahrzehnte.
00:45:29: Es verblieb erst im Winter.
00:45:30: Immer um die Kirche rum in Offenhausen, in dem Kloster.
00:45:34: Auf Eis und Schnee und einer Mistbahn wurden die Pferde vorgestellt.
00:45:38: Bis man dann während der Dreißigerjahre in der Nachkriegszeit eine Pause hatte, in den Fünfzigerjahren ging es los.
00:45:46: Dann hat man irgendwann verstanden, dass das auch eine Attraktion ist für die breitere Bevölkerung und hat das verlegt im Goldenen Herbst.
00:45:57: Er hat das erst auf einer großen Wiese gemacht.
00:46:00: Der Hang war dann die Tribüne.
00:46:03: Und dann war das so in der Nachkriegszeit für die Menschen sowas Tolles, sowas Schönes zu erleben.
00:46:13: dass sie dann in den Neunzeltdreien-Siebzig eine große Arena gebaut haben, so ähnlich wie ein Amphitheater.
00:46:20: In den
00:46:20: Hang rein ... Das ist ja bis heute eindrücklich die Fotos, wenn man das sieht?
00:46:23: Ja!
00:46:23: Es macht der wie Mabacher aus, finde ich.
00:46:25: Wunderbar
00:46:26: mit achttausend sechshundertfünfzig Sitzplätzen.
00:46:29: Da ist richtig Stimmung drin, wenn wir da Hengsparade feiern können.
00:46:33: und diese ganze Geschichte dieser hundert Jahre Hengsparaden haben wir so ein bisschen nachgespielt letztes Jahr in zwei Mal zwei Stunden, mit ein paar Gästen.
00:46:44: Wir laden ja seit vielen Jahren Gastländer ein und da waren die Schweizer da und haben uns da dieses mal unterstützt.
00:46:53: Und dann gab es historische Schaubel und eben auch moderne Schaubele.
00:46:58: Wie schaust du auf die Trends und technologischen Entwicklungen, die es im Zuchtbereich gibt?
00:47:05: Embryo-Transfer, Xe
00:47:08: usw.,
00:47:09: hier kommt ja oder ... Die Institution, die du repräsentierst kommt aus einem sehr traditionellen Ansatz, wo es das ja über Jahrhunderte nicht gab.
00:47:18: So sind wir in einer Welt, wo sehr viel technologisch auch möglich ist.
00:47:23: Wie schaust du auf diese Entwicklungen drauf?
00:47:25: Naja natürlich haben wir eine lange Geschichte aber es heißt ja nicht dass wir immer in der Tradition hängen bleiben sondern eigentlich waren diese Staatsbetriebe je nach Landes her aber schon Vorreiter.
00:47:37: also wir waren auf der Schwäbischen Alb unter den ersten, die zum Beispiel elektrische Anlagen hatten in den Stallungen und die erste Alpwasserversorgung hatten usw.
00:47:49: Das waren ja auch Vorbildbetriebe Und insofern sind wir durchaus auch gehören zu den ersten in Baden-Württemberg, die eine Besamungsstation hatten.
00:48:01: Wir sind EU-Besamungsstation, wir sind Embryo-Transfersstation und wir sind da schon am Ball und versuchen das für uns zu nutzen aber natürlich auch dieses Wissen und diese Fertigkeiten und Fähigkeiten, den Zücht dann zur Verfügung zu stellen Und nutzen die Techniken, die wir für sinnvoll erachten.
00:48:26: Also Besamung ist nicht mehr wegzudenken.
00:48:29: Embryo Transfer ist für uns ein Mittel zum Zweck, seltene Linien zu erhalten.
00:48:35: Wir haben in der Araberherde eine alte Linie auf die Gründerstute des Königs zurückführt ... sehr schmal ist und die immer mal wieder kurz davorsteht.
00:48:50: Dafür
00:48:51: sind sie großartig, oder?
00:48:52: Ja genau.
00:48:53: Und dann kann man aus einer Studie das wieder etwas erweitern.
00:48:58: Bei OPUXI dem stehe ich ein bisschen zwiegespalten gegenüber für so erhaltungswürdige Rassen.
00:49:08: Würden wir das einsetzen oder tun wir jetzt auch mit altwürttemberger Linien ... Da gibt es noch eine einzige Studie, da probieren wir das jetzt mal.
00:49:19: Aber um reihenweise Serienproduktion aus einer Studie in die Serien-Produktion zu gehen, ist nicht so was ich tun würde.
00:49:37: Ich weiß, dass das viele inzwischen machen für Sportpferde.
00:49:41: Aus der Araberwelt kennt man das auch.
00:49:43: Da gibt es Studien, die haben pro Jahr zwanzig Nachkommen oder so Stuten.
00:49:48: Dann muss man natürlich auch die ganze Tierzuchtwissenschaften drauf einstellen und die Zuchtprogramme ändern, weil man eigentlich ja immer davon ausgeht, dass eine Studie sehr viel weniger nachkommen hat als einen Hengst.
00:50:00: Das ändert sich jetzt.
00:50:01: dadurch können sich auch Zuchtprogramme verschieben usw.
00:50:09: Und was Klonen angeht, das ist Tierzucht wissenschaftlich Konsens.
00:50:14: Dass es züchterisch uns nicht so sehr viel weiterbringt ... Hat sich
00:50:18: jetzt auch nicht weiter durchgesetzt?
00:50:19: Hat sich nicht weit durchgesetzt ja.
00:50:22: Also insofern denke ich immer natürlich kann man diese ganzen Techniken anwenden auf das Pferd wie bei anderen landwirtschaftlichen Nutztieren auch.
00:50:33: Aber man muss sich eben fragen, inwieweit ist das sinnvoll?
00:50:38: Sind wir eine Branche, in der wir viele gleiche Produkte auf den Markt bringen wollen?
00:50:46: oder ist nicht gerade der Reiz an dieser ganzen Pferdeszene, dass es sehr individuell ist.
00:50:54: Und letztendlich ist es das ja nachher auch.
00:50:56: kaum haben wir dieses Produkt wenn man das so nennen möchte am Markt als drei- oder vierjährigen angerittenen, dann wird er verkauft und geht in den Stall.
00:51:10: Dann kommt es sehr auf das Management an.
00:51:14: Das ist so individuell, dass man mit Serienproduktion gar nichts zu tun haben kann.
00:51:21: Meines Erachtens spricht auch das für mich dagegen.
00:51:29: Es gibt Zuchtbetriebe, die das tun.
00:51:32: Je weiter wir uns aus dieser landwirtschaftlichen kleiner strukturierenden Züchterschaft leider entfernen, umso mehr wird, werden wir damit konfrontiert sein auch in Zukunft.
00:51:47: Wie sieht die Züchtterschaft der Zukunft aus?
00:51:50: Das ist die gute große Frage.
00:51:52: Das fragen sich alle.
00:51:53: aber wenn man jetzt sagt okay diese ländliche Zucht Die geht zurück und glaube, das ist jetzt auch konsensiert man ja überall.
00:52:02: Was ist dann die Zukunft?
00:52:04: Sind es große Zuchtstätten?
00:52:07: Sind's vielleicht auch Privatleute, die in großen Zuchtstellen ihre Stuten haben und da ein bisschen Spaß daran haben?
00:52:13: Das
00:52:15: würde alles geben so wie es jetzt auch gibt.
00:52:17: dir der Große Umbruch ist glaube ich wirklich der Strukturwandel in der Landwirtschaft Und damit einhergehend die landwirtschaftliche Pferdezucht.
00:52:26: Die ist ja deutlich zurückgegangen in mehreren Wellen und jetzt sind wir gerade mitten wieder in so einer Welle, was auch mit den Generationen zu tun haben hat, den menschlichen Generationen ...
00:52:38: Die Näsgeneration will nicht weitermachen?
00:52:40: Ja, die haben sehr gut in der Berufsschule aufgepasst oder im Studium und wissen dass das alles viel Geld kostet.
00:52:45: dieser Betriebszweig und alles was viel zu viel Geld kostet und zu wenig einbringt wird dann abgestoßen.
00:52:52: Oder sie haben einfach diese Leidenschaften nicht für diese Tiere, die tagtäglich ja auch Zuwendung und Arbeit brauchen.
00:53:01: Das ist glaube ich der größte Umbruch.
00:53:04: Es wird aufgefangen teilweise dadurch dass Reiter angefangen haben zu züchten oder auch schon immer wieder gezüchtet haben.
00:53:13: In Corona-Zeiten war das jetzt deutlich zu sehen, dass doch eine ganze Reihe Reiter angefangen haben zu züchten und auch weitermachen.
00:53:21: Bei manchen war es so eine Eintagsfliege aber bei einigen ist es doch auch hängen geblieben was spannend ist, weil sie natürlich leistungsgeprüfte Stuten haben mit denen Sie dann weiterzüchten und sie auch diese Pferde selber wieder in den Sport bringen können.
00:53:40: Das war ja in landwirtschaftlichen Kreisen teilweise verloren gegangen durch auch den Rückgang der ländlichen Reiterei.
00:53:50: Da war es ja eigentlich üblich, dass die Landwirtskinder losgezogen sind mit den Pferden am Wochenende aus Turnier und unter der Woche waren sie Arbeitspferde.
00:54:01: Das ist jetzt tatsächlich nicht mehr so verbreitet.
00:54:07: Insofern ist das eine Chance und die Großbetriebe wird es immer geben, denke ich mal... Je nachdem, wie man das interpretiert was groß ist.
00:54:18: Ob Schockermölle ist jetzt natürlich riesengroß Aber es gibt ja auch große Betriebe in zwanzig Stuten.
00:54:25: Das ist für mich schon größerer Pferdezuchtbetrieb und Auch die wird es geben und die werden kommen und gehen.
00:54:32: Und Was sicherlich verloren geht und was man auch nicht durch Technik oder künstliche Intelligenz oder alle Zuchtprogramme, Zuchtwirtschafts- und Genomische Selektion ersetzen kann ist so dieses Feeling der alten Züchterfamilien.
00:54:54: Wie passt das alles zusammen?
00:54:55: Die kennen ihre Stuten seit Generationen und die wissen genau die Eigenschaften dieser Stuten und haben es im Gefühl welche Hängste dazu passen können beschäftigen sich halt täglich nicht nur mit den Fernen sondern auch mit der Möglichkeit Welchen hängt man an, Part und so weiter.
00:55:13: Und das ...
00:55:16: Das ist ja unwiderbringlich verloren!
00:55:18: Ja...
00:55:18: Das lässt sich nicht aufwohlen?
00:55:20: Was aber trotzdem funktioniert, was uns T-Zucht wissenschaftlich angehauchte Leute dann immer ein bisschen beruhigt ist, geht ja trotzdem weiter.
00:55:33: Wir haben Zuchtfortschritte gemacht in den letzten Jahrzehnten.
00:55:37: Die sind ja unglaublich eigentlich.
00:55:40: Gut, da waren diese alten Züchter noch da.
00:55:42: Die sind ja teilweise auch noch da und je mehr auch bisschen geht es immer weiter.
00:55:47: Und wir haben fantastische Pferde gezüchtet in der letzten Zeit.
00:55:54: Da hat man ja nicht das Gefühl, dass da ein Strömungsabrösser ist?
00:55:57: Worauf wir glaube ich achten müssen, Nicht nur auf die Leistung schauen und nicht nur auf den Mode schauen.
00:56:05: Und diesen Neuzüchtern immer wieder sagen, verkauft nicht nur die Fohlen behaltet auch mal welche seht selber wie sie sich entwickeln, wie man sie ausbilden kann ob sie gesund bleiben.
00:56:17: das ist glaube ich jetzt unsere größte Aufgabe.
00:56:19: dass wir Pferde züchten die handelbar sind Die reitbar sind auch für Menschen die jetzt nicht sofort in den Leistungssport wollen sondern wirklich Freude haben wollen und da rein wachsen wollen die gesund bleiben.
00:56:33: Wir können es weder der eigenen Branche noch der Gesellschaft erklären, dass wir Tiere züchten, die nach ein paar Jahren den Belastungen oder dem normalen Dasein nicht mehr gewachsen sind.
00:56:46: Das ist ganz wichtig und in der Verantwortung stehen wir alle.
00:56:51: Hier bei uns im Podcast gibt es immer vier Fragen, die sogenannten klassischen Vios fragen.
00:57:00: Und Frage Nummer eins ist, hast du ein Motto nach dem du lebst?
00:57:06: Ich hab das nicht aufgeschrieben.
00:57:08: Aber ich ... lebe so dass ich mir selber immer in den Spiegel schauen kann Dass ich meinen Pflichten und meiner Verantwortung nachkomme aber dennoch auch oder gleichzeitig meinen Mitmenschen mit viel Respekt auch ein bisschen Humor gegenübertreten.
00:57:34: Wie verträgt das der Schwabe an sich?
00:57:36: Sind die Humor voll, die Schwaben?
00:57:38: Ja sie sind humorvoll!
00:57:39: Ich kann auch so ein bisschen Ironie... Das ist
00:57:42: schwierig
00:57:43: zu verstehen.
00:57:44: Aber ich mag die Schwaben sehr.
00:57:46: es sind wirklich sehr liebenswerte Menschen, die tatsächlich so schaffig sind wie man das immer sagt und sehr naturverbundener oben auf der schwäbischen Alb wirklich mit der Natur in der Natur leben.
00:58:01: Das ist besonders, das muss man ...
00:58:04: Gibt es eine Kehrwoche?
00:58:05: In Marburg auf dem Land gestützt?
00:58:07: Jeden Tag!
00:58:08: Jeden tag.
00:58:09: Jeden Tages-Kehrwochen.
00:58:11: Dann Frage Nummer zwei gibt es einen Mensch, der dich im Hinblick auf die Pferde besonders geprägt hat.
00:58:19: Ich würde meine Eltern nennen wollen beide zugleich und doch unterschiedlich Mein Vater mit einer sehr gradlinigen, fast preußischen Art.
00:58:36: Der ein guter Vielseitigkeitsreiter war.
00:58:40: Mit einem riesengroßen Pfebel für blutgeprächte Pferde.
00:58:44: und meine Mutter, die auch sehr gut Reiten gelernt hat bei Tempelmann und Stecken
00:58:51: usw.,
00:58:53: die auf diese klassische Art ... aufgepasst hat bei uns, aber auch im Umgang uns sehr geschult hat mit den Pferden.
00:59:02: Okay dann frag noch mal da wenn du Reitern beziehungsweise Pferdemenschen eine Sache im Umgang mit ihren Pferde auf dem Weg geben könntest was wäre es?
00:59:13: Liebe und Respekt jeden Tag!
00:59:17: Und dann vervollständige diesen Satz Pferdes sind für mich ...
00:59:21: faszinierende Lebewesen, die mein Leben geprägt haben und mein Leben weiter prägen.
00:59:29: Ich denke ich werde nie auslernen in dem Bereich.
00:59:32: Wie häufig sitzt du selber noch im Sattel?
00:59:35: Sehr selten!
00:59:36: Das heißt sehr selten?
00:59:38: Eigentlich gar nicht mehr... Gar nicht mehr!
00:59:41: Nee leider nicht.
00:59:44: Das große Gestült zu leiten braucht hat viel Zeit natürlich auch zu ganz normalen Bürozeiten, wenn auch draußen im Betrieb geritten wird.
00:59:57: Und morgens und abends bleibt da nicht viel vom Tag übrig und am Wochenende sowieso nicht, weil ja immer Veranstaltungen sind.
01:00:05: Wie wir gehört haben, du bist ja eigentlich Managerin.
01:00:07: Also du bist offiziell wie der Titel drauf war.
01:00:10: Du bist ja eine Managerin von dem mittelständischen Betrieb.
01:00:13: Das kann man so sehen?
01:00:14: Ja.
01:00:16: Liebe Astrid!
01:00:18: Vielen Dank.
01:00:19: Schön, dass du da warst und weiterhin alles Gute.
01:00:21: Ja sehr gerne!
01:00:22: Vielen Dank für das gute Gespräch.
01:00:23: Hat mir viel Spaß
01:00:24: gemacht.
01:00:24: Ciao ciao!
01:00:31: Das war die aktuelle Folge des Weos Podcasts.
01:00:34: falls Du Feedback hast lasst gern einen Kommentar auf Spotify auf Social Media.
01:00:40: schick uns eine E-Mail.
01:00:41: podcast at weos.com.
01:00:43: wir lesen wirklich alles und arbeiten gemeinsam mit dir und euch den Podcast immer weiter zu verbessern Und wir hören uns das nächste mal beim Weos podcast.
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